Was ist Jobbörse?

Die erste gemeinnützige Jobbörse wurde 1988 in Berlin-Kreuzberg gegründet und aus dem Bundesjugendplan als Modellprojekt unterstützt.

Im Jahre 1991 wurde der Projektansatz aus dem Bezirk Kreuzberg nach Prenzlauer Berg übertragen. Die "Jobbörse am Prenzl´berg"
wurde als Modellprojekt aus dem Programm "Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit" des Bundeskinder -und Jugendplans finanziert und das Kreuzberger Modell wurde um eine Rechts- und Schuldnerberatung erweitert.
Seit Januar 1998 wird die "Jobbörse am Prenzl´berg" durch den Bezirk Pankow im Rahmen der Förderung Freier Träger unterstützt. Seit der Berliner Bezirksreform haben wir den Namen auf Jobbörse verkürzt - zumal wir für Auftraggeber aus ganz Berlin und z.T. Brandenburg arbeiten.

Auch das muß mal gesagt werden: Der Terminus Jobbörse wird inzwischen inflationär durch alle möglichen Institutionen genutzt, u.a. auch in unserem unmittelbaren Umfeld von der Bundesagentur für Arbeit, der Agentur für Arbeit Berlin Nord, dem Kommunalen Forum Pankow und von einem privaten Arbeitsvermittler in Pankow - in jedem Fall unterscheiden sich die fachlichen Philosophien und Ansätze, was wir als Namensgeber (seit 1988) nicht so toll finden. Allerdings kann leider der Name Jobbörse selbst nicht geschützt werden - nur im Zusammenhang z.B. mit unserem Schriftzug konnten wir dies tun. Etwaige Verwechslungen sind also leider vorprogrammiert - liegen aber nicht in unserer Verantwortung.

Die Jobbörse vermittelt Jobs an arbeitslose, arbeitsuchende Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren, die ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt im Groß-Bezirk Pankow von Berlin haben - also in den ehemaligen Bezirken Pankow/alt, Prenzlauer Berg und Weißensee.
Die Jobbörse ist in erster Linie ein "Geldbeschaffungsprojekt". Mit diesem pragmatischen Ansatz schaffen wir einen niedrigschwelligen Zugang u. a. auch für die jungen Erwachsenen, die soziale/sozialpädagogische Einrichtungen meiden.

Die Vermittlung setzt den Schwerpunkt auf zeitlich befristete Jobs, vor allem in den Bereichen Umzug/Transporte, Garten, Reinigung, Büro/Verwaltung. Dadurch werden wir für Unternehmen interessant, die (ersteinmal) nur geringfügige Jobs zu vergeben haben.
Die Jobbörse hilft bei der Strukturierung des Alltags und hält den Kontakt zur Arbeitswelt aufrecht bzw. stellt ihn wieder her.
Die Rechts -und Schuldnerberatung kann mit dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe schnell bei drohender Obdachlosigkeit intervenieren, bei Schuldenproblemen sichten und klären und Hilfestellung geben bei der Beantragung von Leistungsansprüchen oder bei arbeitsrechtlichen Problemen.

Da in der Arbeitsvermittlung immer auch Fragen zur Berufsorientierung, zur Suche nach Ausbildungsplätzen oder zur Klärung persönlicher Krisen auftreten können, initiierte die Jobbörse das Kooperationsmodell "Jugendberatungshaus TriAs", das nach zweijähriger Vorbereitungszeit im Mai 1995 öffnete, um den betreffenden Jugendlichen weitergehende Beratungskompetenz anzubieten.
Mit dem Umzug in die Danziger Str. 81 (Jugendamt) gibt es das "Jugendberatungshaus TriAs" nicht mehr - auch wenn diese Kontakte noch vorhanden sind und von den Jugendlichen genutzt werden können.

Das "Jugendberatungshaus TriAs" (1995 - 2007) setzte sich zusammen aus:
Jobbörse (allgemeine Jugendberatung e.V. (ajb), Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fachdienste 1 und 4 des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Abt. Jugend und Immobilien sowie diversen Projekten ("Jobteam", "Caritas" etc.) in freier Trägerschaft.
Das "Jugendberatungshaus TriAs" deckte den Beratungsbedarf von Jugendlichen bereits ab 14 Jahren und widmete sich nahezu allen Problemen der Jugendlichen bis zum 27. Geburtstag in der Region Prenzlauer Berg.

Jobbörse war für einige Jugendliche mit besonderem Förderbedarf der erste Einstieg in Themen der Jugendberufshilfe und der Jugendberatung. Die Möglichkeit des geringfügigen Gelderwerbs über Arbeit wurde von allen Jugendlichen dankbar angenommen und ggf. gelang es uns in der Folge, die Jugendlichen anzuregen, intensiver über Berufsorientierung und -ausbildung nachzudenken.
Dieser freie Zugang ist seit dem 01.07.2010 leider nicht mehr möglich; die Finanzierungsgrundlagen sind vollständig vom SGB VIII ins SGB II gewechselt. Damit haben leider nur noch junge Leistungsbezieherinnen und Bezieher von ALG II ("Hartz IV") Zugang zum Projekt.

Vom 01.01.2006 bis zum 31.12.2008 hatte unser Träger "allgemeine Jugendberatung e. V. (ajb)" neben der Jobbörse ein zusätzliches Projekt der Jugendberufshilfe eingerichtet. Der Name des Projektes war "CareSeite" und wurde von der Stiftung Aktion Mensch finanziert.

Dieses Jugendberufshilfeprojekt "CareSeite", dessen Namen wir übernommen haben, wird seit dem 01.01.2009 über die "Freie Förderung" nach § 16f SGB II weiter geführt. In diesem Projekt werden arbeitslose junge Erwachsene aus dem Bezirk Pankow von Berlin weiterhin zu ihrer beruflichen Entwicklung beraten und parallel dazu zu fairen Stundenlöhnen in Jobs vermittelt. Für eine Teilnahme an dem Projekt ist aber (siehe oben) eine Zuweisung durch das JobCenter Pankow notwenig.

Das Projekt Jobbörse bleibt auf Grund des etablierten Namens für die Gewinnung von Aufträgen auf dem Arbeitsmarkt präsent. Die Aufträge selbst werden aber durch die Teilnehmenden des Projektes "CareSeite" ausgeführt.